Decke streichen Anleitung — Schritt für Schritt

Eine 20-m²-Decke streichen kostet als Eigenleistung 60–120 EUR Material und dauert 3–5 Stunden — mit der richtigen Technik ohne Spritzer und Streifen.

Was brauche ich? — Materialliste für 20 m²

Material Menge für 20 m² Kosten (ca.)
Deckenfarbe weiß, Deckkraft 1 (z.B. Alpina) 2–3 Liter 15–25 EUR
Teleskopstange (1,20–2,40 m) 1 Stück 15–30 EUR
Deckenbürste oder Walze mit Langflor (18–22 mm) 1 Stück 8–15 EUR
Abdeckfolie (PE, 0,04 mm) 20 m² 5–10 EUR
Malerkrepp (19 mm oder 38 mm) 2 Rollen 6–10 EUR
Farbwanne + Gitterrost 1 Set 5–8 EUR
Flachpinsel (60–80 mm) für Ränder 1 Stück 5–10 EUR
Preise inkl. MwSt., Stand April 2026. Günstigere Varianten möglich, Qualitätsunterschiede beachten.

Gesamtaufwand Eigenleistung: 60–108 EUR Material + 3–5 Stunden Arbeit. Wer Teleskopstange und Farbwanne schon besitzt, kommt auf 30–50 EUR reine Materialkosten.

Alpina Deckenfarbe — Empfehlung vom Malermeister

Stumpfmatt, spritzarm, Deckkraft Klasse 1. Reicht für 20–25 m² pro Liter bei einem Anstrich. Standard in meinem Betrieb seit Jahren.

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Schritt 1: Vorbereitung (30 Minuten)

Die Vorbereitung entscheidet über das Ergebnis — mehr als die eigentliche Streichtechnik. Wer hier spart, ärger sich hinterher.

Raum vorbereiten:

  • Möbel aus dem Raum räumen oder zur Raummitte schieben und vollständig mit Folie abdecken
  • Boden komplett mit Abdeckfolie auslegen — Deckenfarbe tropft mehr als Wandfarbe
  • Steckdosen und Lichtschalter mit Malerkrepp abkleben
  • Lampe abmontieren oder gut abkleben; Deckendose ebenfalls abkleben

Decke vorbereiten:

  • Decke auf Risse, abgeplatzten Putz oder Flecken prüfen
  • Kleine Risse mit Reparaturspachtel schließen, trocknen lassen, trocken abschleifen
  • Fettflecken oder Nikotinflecken mit Sperrgrund abdecken — sonst bluten sie durch
  • Losen Untergrund entfernen, staubige Decken mit einem feuchten Tuch abwischen und trocknen lassen

Wichtig: Krepp immer an der Oberkante der Wand anbringen, nicht an der Decke selbst — so wird die Naht sauber.

Schritt 2: Grundierung auftragen (wann nötig?)

Nicht jede Decke braucht eine Grundierung. Ich grundiere in meinem Betrieb nur wenn es wirklich nötig ist — das spart Zeit und Material.

Grundierung ist nötig bei:

  • Stark saugenden Untergründen (neuer Putz, Gipskarton)
  • Gelb- oder Braunflecken durch Feuchtigkeit oder Nikotin (hier Sperrgrund verwenden)
  • Frisch gespachtelten Stellen — diese saugen mehr als der Rest der Decke und würden als matte Flecken durchscheinen
  • Vollständig neuem Untergrund ohne vorherigen Anstrich

Grundierung ist nicht nötig bei:

  • Altanstrich in gutem Zustand (gut haftend, keine Blasen, nicht schuppend)
  • Normaler weißer Decke ohne Flecken, die einfach aufgefrischt werden soll

Grundierung mit einer dünnen Schicht auftragen, vollständig trocknen lassen (2–4 Stunden), dann streichen.

Schritt 3: Decke streichen — die richtige Technik

Hier machen die meisten Heimwerker die entscheidenden Fehler. Mit dieser Technik werden die Ergebnisse sauber:

Farbe vorbereiten:

  • Deckenfarbe gut umrühren — nicht schütteln (Blasen)
  • In die Farbwanne füllen, nur zu einem Drittel — so wird nicht zu viel Farbe aufgenommen
  • Walze gleichmäßig einrollen, am Gitterrost abstreifen bis keine Tropfen mehr fallen

Reihenfolge beim Streichen:

  1. Erst die Ränder: Mit dem Flachpinsel einen 5–8 cm breiten Streifen entlang aller Wände ausstreichen. Das geht vor der Walze, damit keine Pinselspuren auf der fertigen Walzfläche entstehen.
  2. Dann die Fläche: Walze mit Teleskopstange, immer in Richtung Hauptlichtquelle (zur Fensterwand hin) arbeiten — so werden Bahnen im Licht weniger sichtbar.
  3. Nass-in-nass: Jede neue Bahn sofort in die noch feuchte Kante der vorherigen einarbeiten. Nie warten, bis eine Bahn getrocknet ist — dann gibt es sichtbare Absätze.
  4. Gleichmäßiger Druck: Nicht zu stark drücken, die Walze rollend führen — kein Reiben.

Zweiter Anstrich: Mindestens 4 Stunden trocknen lassen, dann den zweiten Anstrich quer zum ersten auftragen (Kreuzanstrich). Das egalisiert alle Unebenheiten.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Fehler Ursache Wie vermeiden
Streifen auf der Decke Zu trockene Walze, zu lange Pause zwischen Bahnen Nass-in-nass arbeiten, Walze regelmäßig nachrollen
Farbspritzer auf Wänden und Möbeln Zu viel Farbe auf der Walze Walze am Gitterrost gut abstreifen
Gelbe Flecken scheinen durch Kein Sperrgrund vor dem Streichen Flecken mit Sperrgrund isolieren
Randstreifen zur Wand ungleichmäßig Zuerst Walze, dann Pinsel Immer erst Rand mit Pinsel, dann Fläche walzen
Farbe blättert ab Auf feuchten oder nicht grundierten Untergrund gestrichen Untergrund trocken und saugfähig vorbereiten
Ungleichmäßige Deckkraft (Flecken) Nur 1 Anstrich auf saugendem Untergrund Grundierung + 2 Anstriche bei neuem Putz
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Profi-Tipp von Andreas Berg — Malermeister

Den größten Unterschied macht die Walzenqualität. Billigwalzen aus dem 1-Euro-Laden saufen Farbe und verteilen sie ungleichmäßig — das sieht man nach dem Trocknen deutlich. Ich empfehle eine Qualitätswalze mit 18–22 mm Flor für Decken. Die kostet 8–12 EUR und lässt sich nach dem Waschen mehrfach verwenden. Wer eine glatte Decke hat (Gipskarton, gespachtelter Beton), greift zu 9–12 mm Flor für ein glatteres Ergebnis.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Farbe eignet sich zum Decke streichen?

Am besten eignet sich eine spezielle Deckenfarbe mit Deckkraft Klasse 1 (z.B. Alpina Deckenfarbe oder Caparol Capalac). Diese Farben sind etwas dickflüssiger als Wandfarbe, verlaufen weniger und spritzen weniger. Weiß ist Standard — stumpfmatt, keine Lichtreflexe, kaschiert kleine Unebenheiten.

Wie viele Anstriche braucht eine Decke?

Bei hellen Untergründen reicht häufig 1 Anstrich mit einer guten Deckenfarbe (Deckkraft 1). Bei gelben Flecken, Nikotin oder einem dunklen Voranstrich sind 2 Anstriche nötig. Zwischen den Anstrichen mindestens 4 Stunden trocknen lassen.

Walze oder Pinsel — was ist besser für die Decke?

Walze mit Langflor (18–22 mm) ist die beste Wahl für die Fläche — schnell, gleichmäßig, wenig Spritzer. Den Rand (5–8 cm zur Wand) immer zuerst mit einem Flachpinsel oder einer schmalen Deckenbürste ausstreichen, bevor die Walze kommt.

Wie lange muss die Decke zwischen zwei Anstrichen trocknen?

Mindestens 4 Stunden bei normaler Raumtemperatur (20°C) und guter Belüftung. Bei feuchten Räumen oder niedrigen Temperaturen lieber 6–8 Stunden warten. Niemals auf eine feuchte Schicht auftragen — das führt zu Abblättern.

Wie vermeide ich Streifen beim Decke streichen?

Immer nass-in-nass arbeiten: Jede Bahn sofort in die noch nasse Kante der vorherigen Bahn einarbeiten. Die Bahnen in Richtung des Hauptlichteinfalls (zur Fensterwand hin) führen. Walze nicht zu trocken laufen lassen — regelmäßig nachrollen.

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